Erfahrung · 14. August 2026

Heißer Asphalt.
Ein entspannter Abend.

1,5 Kilometer Fußweg je Strecke, stellenweise über 50 °C heißer Asphalt – und in der Pizzeria Hofsäge war mein Barfußsein überhaupt kein Thema.

Heute waren wir wieder in der Pizzeria Hofsäge bei Teresa essen. Und über das Thema Barfuß gibt es dort eigentlich erstaunlich wenig zu berichten: Es war schlicht kein Thema.

Keine Diskussion, keine irritierten Nachfragen und kein Problem beim Betreten des Restaurants. Ich kam barfuß an, nahm Platz und wurde genauso selbstverständlich als Gast empfangen wie alle anderen.

Das Essen war wieder super lecker, der Service herzlich und einfach toll. Für mich sind genau solche Abende interessant, weil sie zeigen, wie unspektakulär Barfußsein im Alltag sein kann.

Barfuß sein muss nicht jedes Mal erklärt werden. Manchmal ist es einfach nur normaler Alltag.

Die Herausforderung lag auf dem Weg

Der deutlich schwierigere Teil dieses Abends lag nicht im Restaurant, sondern davor. Für den Weg zur Pizzeria waren es 1,5 Kilometer einfache Strecke – und damit später noch einmal dieselbe Distanz zurück. Der Asphalt war durch die Hitze stellenweise über 50 °C warm.

Auf 1,5 Kilometern lässt sich eine solche Temperatur nicht einfach als kurzer heißer Abschnitt abhaken. Solche Bedingungen verlangen über den gesamten Weg Aufmerksamkeit: Schatten nutzen, kühlere Flächen suchen, die Belastung heißer Abschnitte kurz halten und den Untergrund ständig neu einschätzen.

Meine Entscheidung, dauerhaft ohne Schuhe und Socken zu leben, bedeutet für mich nicht, Hitze oder eine konkrete Verletzungsgefahr zu ignorieren. Die erste Frage ist aber auch hier nicht automatisch: „Wo bekomme ich Schuhe her?“

„Wie löse ich diese Situation im Rahmen meiner Entscheidung?“

Genau dafür ist die Entscheidung im Alltag da.

Das kann bedeuten, einen anderen Weg zu nehmen, Schatten zu suchen, auf einen günstigeren Untergrund auszuweichen, zu warten oder einen Weg abzubrechen. Eine tatsächliche Verletzungsgefahr bleibt eine Sicherheitsfrage und keine Mutprobe.

Und danach wurde Barfußsein nebensächlich

Nach dem heißen Weg war der Restaurantbesuch fast der unspektakuläre Teil: ankommen, Platz nehmen, sehr gut essen und einen schönen Abend verbringen.

Genau diese Normalität ist für mich ein wichtiger Teil meines Weges. Meine Entscheidung muss nicht bei jeder Begegnung im Mittelpunkt stehen. Sie soll irgendwann so selbstverständlich zu meinem Alltag gehören, dass sie häufig gar keiner Erklärung mehr bedarf.

Keine Schuhe. Keine Ausreden.
Aber auch kein unnötiger Leichtsinn.